Permakultur

Permakultur

 
 

Permakultur erklärt:

Was ist eigentlich Permakultur?

Das Wort ist eine Ableitung von „permanent Agriculture“, was auf Deutsch sinngemäss mit „dauerhafter Landwirtschaft” bezeichnet werden kann. Dabei beschränkt sich die Permakultur jedoch nicht nur auf die Landwirtschaft, sondern kann in ganz verschiedenen Bereichen eingesetzt werden (Garten, Architektur, Städteplanung usw.).

Permakultur ist ein Entwurfskonzept für nachhaltige Lebensraumgestaltung

Das Grundprinzip der Permakultur ist es, nützliche Verbindungen zwischen den Elementen eines Systems herzustellen, um möglichst viele Bedürfnisse aus dem System selbst heraus zu decken. Die Natur und ihre Kreisläufe dienen dabei als Vorbild.

Es ist das bewusste Gestalten von zukunftsfähigen ökologisch, ökonomisch und sozial stabilen Systemen, in denen Pflanzen, Tiere und Menschen in Kooperation miteinander leben.

Ethik der Permakultur und Grundgedanken

Auszug aus „Permakultur, kurz und bündig” von P. Whitfield

Im Herzen von Permakultur liegt der elementare Wunsch, das zu tun, was wir für das Richtige halten und das Teil der Lösung ist, nicht des Problems. Mit anderen Worten: ein Ethikverständnis.

Die Ethik der Permakultur

Sorge für die Erde

Grundlegende Erkenntnis, dass die Erde ein einziger lebender Organismus ist und der Mensch, sowie Tiere und Pflanzen ein Teil davon. Verträgliche Lebensräume schaffen – produktive, essbare Ökosysteme. Dadurch bleibt mehr Raum für Wildgebiete.

Sorge um den Menschen

Permakulturisten erkennen immer mehr, dass wir uns um die Menschen genauso kümmern müssen, wie um die Erde. Städte und Wirtschaft müssten sich mehr an menschlichen Bedürfnissen orientieren, anstatt der kapitalistischen Wirtschaft mit ihren permanenten Wachstumsforderungen zu folgen.

Gerechtes Teilen

Gerechtes Teilen hängt damit zusammen, anzuerkennen, dass die Erde und ihre Ressourcen begrenzt sind.

Gerechtes Teilen heißt konkret den Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen drastisch zu reduzieren (besonders in den westl. Ländern). Das bedeutet nicht, dass wir alle Armut leiden sollen, sondern lediglich, dass wir unseren Verbrauch unserem Bedarf anpassen sollen und nicht darüber hinaus Bedürfnisse befriedigen, die meistens durch aggressive Werbung generiert werden, jedoch keine echten Bedürfnisse sind.

Bei den meisten Menschen sind es die immateriellen Dinge, die das Leben lebenswert machen (Liebe, Freundschaft, in der Natur sein) – die brauchen wir natürlich nicht begrenzen. Aber wir müssen die physischen Grenzen der Erde anerkennen und uns von dem großen Appetit nach materiellen Dingen befreien.

Beispiele für nachhaltigen „Konsum”

Lokal einkaufen, hochwertige Dinge kaufen, die lange halten, reparieren, teilen, weitergeben, secondhand kaufen, selbst Obst und Gemüse anbauen, Dinge selber machen

Jede „Entwicklung” im Norden wie im Süden zielt darauf ab, die Verwicklung der Menschen in die Geldwirtschaft zu erhöhen und die lokale Produktion für den lokalen Bedarf durch Handel übe große Entfernungen zu ersetzen. Hier im Norden wird dieser Vorgang „Wirtschaftswachstum” genannt. Es trennt uns zunehmend von den Ressourcen, von denen unser Überleben abhängt. Nur indem wir die Verbindungen zu unseren lokalen Ressourcen wiederherstellen, können wir zu einer nachhaltig orientierten Gesellschaft finden.